PNP // Leserbrief zu „Wie soll die Kirche in fünf Jahren aussehen“ vom 19.09.2019

Für Außenstehende könnte dies eine „Gute Veranstaltung“ gewesen sein. Und ja Herr Bischof Oster hat eine schöne Rede gehalten. Es war nichts Falsches in seinen Worten. Dennoch die Enttäuschung über diese Veranstaltung war vielen Besuchern ins Gesicht geschrieben. Warum ?:

Bedenkt man, dass diese Veranstaltung auf einem Treffen (Klausur) im Frühjahr aufbaute, bei der sich ehrenamtliche Kirchenverwaltungen und Pfarrgemeinderäte trafen, um die Probleme vor Ort zu erörtern. So erwarteten sich viele nun Hoffnungsansätze, Unterstützungsvorschläge von der Diözese, um uns vor Ort zu helfen oder auch Vorschläge wie wir die Diözese oder den Pfarrer vor Ort unterstützen könnten. Doch nichts von dem konnte man aus der Ansprache von Bischof Oster wirklich entnehmen. Wie schon geschrieben, es war eine gute Rede, aber leider wurden die von uns erarbeiteten Themen nur allgemein angesprochen. Vielmehr hatte ich persönlich den Eindruck Herr Oster arbeitet an einer „Elitekirche“ an der die „Wir sind Kirche“ keinen Platz hat. Schade Bischof Oster hat viele von uns nicht erreicht, wir wollen Kirche mitgestalten, sie lebendig halten, attraktiver machen, doch dazu braucht es nicht nur „Gute Reden“ sondern auch Hilfestellungen, Lösungsansätze und vor allem den Willen der Kirche selber. Beim Thema Jugend fehlte mir z.B. als ehemaliger BDKJ Vorsitzender die sichtbare Einbindung der Jugendbüros und Verbände. Trotz aller Enttäuschung über diese Veranstaltung, habe ich die Hoffnung noch nicht aufgeben, einmal sagen zu können, ja das ist unsere, das ist meine Kirche.

Leserbrief zu „ Nicht reden, sondern handeln ! „ PNP 30.08.2019 ( wurde leider nicht abgedruckt)

Das unsere deutsche Wirtschaft ein wichtiger Bestandteil unseres Wohlstands darstellt ist unumstritten, und das unsere Politik/Regierung gute Rahmenbedingungen schaffen muss auch. Doch wie Herr Ohoven den „Schwarzen Peter“ alleine der Regierung in die Schuhe schieben will, ist von vorgestern. Wenn es der Wirtschaft gut geht will sie von der Politik nicht wissen, haben sie etwas Bauchweh sind sie gleich sterbenskrank und erwarten Hilfe. Wo bleibt die Eigeninitiative der Wirtschaft, wo sind die Maßnahmen der Arbeitgeber? Sich zurückzulehnen und bis andere etwas machen, wird der Verantwortung die unsere Arbeitgeber haben nicht gerecht.
Wenn man sich darüber beschwert das der Staat 57% des Bundeshaushalt für Soziales ausgibt, stellt sich für mich zum einen die Frage, ist hier jemand neidisch auf dieses Geld, und zum anderen woran liegt das… vielleicht ein Grund dafür könnten die teilweise niedrigen Löhne sein die so mancher Arbeitgeber bereit ist zu bezahlen.
Die Forderungen der Wirtschaft an die Politik mögen zum Teil ihre Berechtigung haben, aber ich sehe sie derzeit nur als „Gewinnoptimierung“. Und die heraufbeschworene Krise wird nur herbeigeredet.
Herr Mario Ohoven eifert, weil die Wirtschaft zurzeit nicht die erste Geige spielt in der Politik, Themen wie Klimawandel und Umweltschutz haben derzeit berechtigterweise mehr Gehör. Und die Aussage: „Nicht reden, sondern handeln!“ trifft auch auf Herrn Ohoven zu. … was mach die Wirtschaft selbst um die angebliche Krise abzuwenden… außer darüber zu reden und von der Politik zu fordern.

Leserbrief zu „ CSU-Streit um Steuer auf Billigflüge „ PNP 31.08.2019 ( wurde leider nicht abgedruckt)

Es ist schon erstaunlich wie derzeit die CSU versucht sich ein „Grünes Image“ zuzulegen. Ob das ihre Stammwähler so befürworten bezweifle ich. In der Thematik um den Klimaschutz und Verkehr betreibt Herr Dobrindt wieder mal wie so oft Augenwischerei. Warum in Sachen Flugverkehr nicht Nägel mit Köpfen zu machen. Wenn wir als Wähler mit unserem Auto an die Tankstelle fahren, bezahlen wir Steuer auf unsern Kraftstoff. Für Flugzeugkraftstoff „Kerosin“ wird kein Cent Steuern erhoben. Es hatte vielleicht nach dem Zweiten Weltkrieg seine Berechtigung Kerosin nicht zu besteuern, doch in Zeiten von Klimawandel, CO2-Debatte und Umweltschutz sollte Deutschland bzw. Europa umdenken. Kerosin zu besteuern ist zwar nicht die Lösung der derzeitigen Probleme aber es wäre ein kleiner Beitrag/ein Anfang.

Rede zum Volkstrauertag 2018

Mit folgender Verordnung, trat das Deutsche Königreich am 1. August 1914 mit einer Kriegserklärung an das Russische Königreich in den daraus entstehenden Ersten Weltkrieg ein: Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen Verordnen auf Grund des Artikels 68 der Verfassung des Deutschen Reichs, im Namen des Reichs, was folgt: Das Reichsgebiet ausschließlich der königlich Bayrischen Gebietsteile wird hierdurch in Kriegszustand erklärt. Diese Verordnung tritt am Tage ihrer Verkündung in Kraft. Fast auf den heutigen Tag genau am 11.November 1918 endete der „ Erste Weltkrieg“ ….. also vor 100 Jahre. Im Heeresbericht der deutschen Streitkräfte steht dies mit den  Worten: „ Infolge Unterzeichnung des Waffenstillstandsvertrages wurden heute Vormittag an allen Fronten die Feindseligkeiten eingestellt.

Zwischen diesen Beiden doch .. kurzen  Erklärungen  die den Krieg und Frieden einleiteten fanden im 1. Weltkrieg rund 9 Millionen Soldaten und 10 Millionen Zivilisten den Tod……… zwei Gruppen standen sich  dabei gegenüber zum einen die Mittelmächte, 4 Länder zu denen Deutschland gehörte  und die Entente ( Ontont ) rund 36 Staaten wie Frankreich, Großbritannien und Russland aber auch so unscheinbare Namen wie Siam , San Marino oder Kuba). Rund 70. Millionen Menschen wurden damals zu den Waffen gerufen. …. Und im Zweiten Weltkrieg ? nicht 40 Staaten sondern rund 60 Staaten waren beteiligt und rund 110 Millionen Menschen wurden damals zu den Waffen gerufen….. und rund 70 Millionen  fanden einen sinnlosen Tod…. In vielen Bildern und auch Filmen wurden die damaligen Weltkriege festgehalten … und wenn wir an diese denken sehen wir die Welt von damals in schwarz und weiß in Grautönen…. Doch das war sie nicht … das Blut der Toten war genau so rot wie es in unseren Adern heute fließt ….. die Schlachtfelder auf denen viele ihr Leben ließen waren grüne Wiesen mit farbenprächtigen Blumen und der Himmel unten denen sie Starben war Blau …. nicht schwarz/weiß……… Und so mancher letzter Gang in die Gaskammern der Konzentrationslager wurde von einem schönen Sonnenauf bez. Untergang begleitet  .. wie es sie heute noch gibt. …..So sollten wir uns die vergangenen Weltkriege vorstellen  … in Farbe dann werden sie auch für unsere heutigen Generationen denke ich „realistischer und greifbarerer “.  Kriege sind noch immer Realität auch wenn wir in Europa nicht mehr unmittelbar betroffen sind gibt es derzeit, laut einer Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung, Weltweit 27 Kriege und 4 sogenannte bewaffnete Konflikte.

Die Auswirkungen dieser Kriege und Konflikte aber spüren wir Tagtäglich ….. Menschen suchen Zuflucht in Europa in Deutschland um das zu finden was wir über 70 Jahre haben. Eine „Zukunft“ und „Frieden“.

Doch auch in Europa ist dieser Frieden in Gefahr … Populisten schüren Angst und Schrecken, verbreiten Zwietracht unter den Menschen, verleugnen unsere Vergangenheit und wollen uns weiß machen, dass nur sie die „Alternative“ sind. Doch für Frieden und Freiheit gibt es nur eine alternativlose „Alternative“ …. Das sind wir……die Menschen in Europa. Frieden ist keine Selbstverständlichkeit „ Frieden muss man leben und tagtäglich dafür kämpfen und dafür einstehen. Populisten und Kriegstreiber haben kein Interesse daran … sie wollen Macht / Reichtum und über den Menschen herrschen.

Heute am Volkstrauertag 2018 :

100 Jahre nach dem 1. Weltkrieg / 80 Jahre nach der Pogromnacht als Synagogen brannten und jüdische Geschäfte zerstört, tausende Menschen festgenommen und getötet wurden. Sollten wir nicht mehr trauern sondern aufstehen und dafür einstehen das Krieg / Terror und Gewalt weltweit ein Ende finden. Oder wie es Max Mannheimer ein Holocaust- Überlebender ausdrückte: „ Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.“

Als Zeichen des Aufbruchs zu Frieden und Freiheit Weltweit lege ich im Namen der Stadt Osterhofen und im Zeichen von uns allen diese Schale nieder. In der Hoffnung dass nach den vielen Reden die zum Volkstrauertag deutschlandweit gehalten wurden auch Taten folgen.

Robert Kröll

Extreme Haltungen und übertriebene Wortwahl

Leserbrief:

Zum Bericht „400 Demonstranten und eine Populistin im Dirndl“ . in der Osterhofener Zeitung vom Freitag:

Ja, wir waren mehr. Schade fand ich von beiden Seiten die übertriebene Wortwahl. Weder glaube ich, dass die AfD die ‘Strafe Gottes’ ist, noch kann ich die Pauschalisierung einiger Gegendemonstranten mit Sprechchören wie ‘Nazis raus’ für gut heißen. Weder Gottesbeteuerungen noch Pauschalverurteilungen werden die Probleme unserer Zeit lösen.

Jeder hat seine Gründe auf der einen oder der anderen Seite zu stehen. Dafür leben wir in einer Demokratie, um Meinungen frei zu äußern, selbst wenn es manchmal ‘extreme Haltungen’ sind, sollte man sich gegenseitig mit Respekt gegenüber stehen. Nach wie vor habe ich die Hoffnung, dass auf beiden Seiten mehrheitlich Menschen sind die miteinander reden können und auch Gemeinsamkeiten haben. Lassen wir uns nicht von Populisten in irgendeine Richtung drängen. Dafür steht viel zu viel auf dem Spiel.

Wenn ich dem Ganzen etwas Positives abringen kann, dann die Erkenntnis, dass wir uns mit den politischen Problemen wieder mehr auseinander setzen, dass wir uns einmischen. Und die Politik der ‘alteingesessenen Parteien’ sollte sich wieder an den Menschen in unserem Land orientieren, ihre Sorgen ernst nehmen und Bürgernähe zeigen, ohne dabei das Ganze durch eine Parteibrille zu betrachten. Nur so würde man der AfD die Grundlage ihrer Existenz nehmen.

Robert Kröll,Haardorf

Gedanken zum Volkstrauertag 2017

“ Die letzten Tage der Menschheit“ von Schriftsteller Karl Kraus .. aus Reaktion auf den Ersten Weltkrieg ….. Zitat:

„Alles was gestern war, wird man vergessen haben. Was heute ist, nicht sehen. Was morgen kommt, nicht fürchten. Man wird vergessen haben, dass man den Krieg verloren, vergessen haben, dass man ihn begonnen, vergessen, dass man ihn geführt hat. Darum wird er nicht aufhören.“

Sollte Karl Kraus wirklich Recht bekommen ? Werden wir vergessen … oder vielmehr …haben wir schon vergessen…..

… oder wir wissen einfach nicht  was Krieg bedeutet…. weil die meisten von uns es nie erlebt haben.

Wir kennen den Schmerz nicht Angehörige durch die Kugel eines anderen Menschen zu verlieren. Wir kennen es nicht mehr zu hungern … wir kennen es nicht vor dem nichts zu stehen .. wenn das Eigenheim wenn ganze Städte in Schutt und Asche liegt. Wir kennen das Gefühl nicht aus unserer Heimat vertrieben zu werden. Wir haben das Leid des Krieges nie gespürt…. wir leben seit 72 Jahren in Frieden.

Wir wissen es nicht mehr zu schätzen in Frieden und Freiheit zu leben… es ist zur Selbstverständlichkeit für uns in Deutschland in Europa geworden. … doch vor allem wissen viele nicht mehr wem wir diesen Frieden zu verdanken haben…… die Europäischen Union der Zusammenschluss von derzeit 28 Ländern….. sichert uns Frieden / Freiheit und Wohlstand.

Doch genau dieser Wohlstand ist es der uns vergessen lässt in die Vergangenheit zu schauen… wir haben das Gefühl … Krieg ist etwas was uns in Europa nicht mehr passieren kann …. Krieg ist etwas was wir im Fernseher sehn .. tausende Kilometer von uns entfernt in Ländern die nicht so kultiviert sind wie wir in Deutschland und in Europa.

Doch ist es wirklich so….

Viele von uns sind immer mehr und mehr unzufrieden mit Europa mit den großen „Volksparteien“ mit der Flüchtlingspolitik. In ganz Europa schüren rechtspopulistische Parteien Ängste gegen Flüchtlinge gegen Europa… und sie bekommen immer mehr Zulauf…..

auch wie Damals: Die NSDAP die Partei von Adolf Hitler eine Partei die die Demokratie ablehnte bekam bei der Reichstagswahl 1928 einen Stimmenanteil von 2,6 Prozent, 1930 waren es plötzlich 18,3 Prozent und im Juli 1932 wurde sie zur stärksten Partei mit 37,3 Prozent. Im Januar 1933 wurde Hitler Reichskanzler von Deutschland er führte uns 1939 in den 2. Weltkrieg.

In einem Zitat das Adolf Hitzler zugeschrieben wird heißt es: Ich habe die Demokratie mit ihren eigenen Regeln zur Strecke gebracht….

Sicherlich hat eine Demokratie wie wir sie in Deutschland haben die Freiheit / die Wahl / das Recht sich selbst als mitbestimmendes Volk abzuwählen….. doch dieses Mal wird uns keiner mehr Glauben wenn wir sagen wir haben es nicht gewusst.

17 Millionen tote des 1. Weltkrieges und 60 Millionen tote des 2. Weltkrieges sprechen eine andere Sprache… sie halten uns einen Spiegel vors Gesicht und werden sagen „ihr…du hast es gewusst“.

Es wird an uns liegen ob zukünftige Generationen noch in einem einheitlichen / friedlichen Europa leben dürfen. Es wird an uns liegen ob zukünftige Generationen eine demokratieorientierte Politik vorfinden werden…

Doch auch die Politik… die demokratischen Parteien müssen ihre Hausaufgaben machen….. sie müssen wieder das tun für was wir sie gewählt haben. „Ihr Volk vertreten“….und wieder zu mehr demokratieorientierter Politik zurückfinden …

Heute am Volkstrauertag ist eine gute Gelegenheit für beide Seiten für Volk und Politik sich daran zu erinnern.

Genauso wie wir uns alle Heute an all die toten des ersten und zweiten Weltkrieges an all die toten von Krieg und Terror der Gegenwart in Trauer erinnern …… um uns wieder ins Gedächtnis  zu rufen was es heißt in Frieden / Freiheit / und Demokratie leben zu dürfen… Seien wir Dankbar für 72 Jahre Frieden in Europa … und hoffen darauf das es so bleiben wird. Für diese Hoffnung lege ich im Namen für uns alle eine Gedenkschale am Kriegerdenkmal nieder.

Robert Kröll

Leserbrief zu: 08.02.2017 (PNP) „Neid-Debatte“: Wirtschaft kritisiert Boni-Pläne der SPD

Leserbrief zu : „Neid-Debatte“: Wirtschaft kritisiert Boni-Pläne der SPD / 05.02.2017 PNP

IW: Politik nicht zuständig – „Strategie wie Trump“

von Andreas Herholz

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Liebe Wirtschaftsbosse, „ Politik nicht zuständig“ ?

Wenn ihr den Karren an die Wand fährt, wie bei der letzten Banken /  Finanz und Wirtschaftskrise, schreit ihr nach der Politik, Abwrackpräminen / Konjunkturprogramme / Kurzarbeitspläne und und und… wir sind nicht neidisch auf eure millionen Bonuszahlungen. Es ist eine „Moralische Debatte“ eine „ Anstands-Debatte“. Kein Arbeitsplatz der Welt kann diese Zahlungen rechtfertigen.

Es wird Zeit das die Politik die Fäden seines Marionetten-Daseins abschneidet und wieder zum Vertreter des Wählers wird, und sich genau da einmischt wo das Gleichgewicht zwischen Mensch und Wirtschaft aus dem Lot gerät.

Robert Kröll

Osterhofen-Haardorf

Kreisverkehr: „Bürgerwille nicht berücksichtigt“

Osterhofen 12. Dezember 2016 – Osterhofener Zeitung

Stadtrat Kröll kritisiert Entscheidung des Bauausschusses

Osterhofen. Mehrere Bürger von Osterhofen bedauern, dass nicht auch der Arbinger und der Mühlhamer Kreisel vom Bauhof der Stadt gepflegt werden: Dies drückte Stadtrat Robert Kröll am Donnerstag im Stadtrat aus.

Lob gab es für die gärtnerische Gestaltung der Kreisverkehre an der B 8 und in der Wisselsinger. Doch einen Antrag, auch die weiteren Kreisel zu pflegen, hatte der Bauausschuss kürzlich abgelehnt, weil der Aufwand für die Mitarbeiter zu hoch wäre. Damit, so Kröll, würde „der Bürgerwille nicht berücksichtigt“.

Bürgermeisterin Liane Sedlmeier erläuterte, die Pflege sei nur bei den neu gebauten Kreisverkehren möglich, nicht aber die Aufnahme weiterer freiwilliger Aufgaben. Der Wunsch sei verständlich, aber angesichts der 111 Quadratkilometer Stadtfläche sei sie froh, wenn die Pflichtaufgaben erfüllt werden können. gs

Rede zum Volkstrauertag 2016

Der Volkstrauertag hat eine lange Tradition, er wurde als Gedenktag für die Kriegsopfer des „Ersten Weltkrieges“ eingeführt …. die erste offizielle Feierstunde fand 1922 im Deutschen Reichstag in Berlin statt. Reichstagspräsident Paul Löbe rief damals eindringlich zur Abkehr von Hass auf und warb für Versöhnung und Verständigung.

Ein Aufruf der schon in der Weimarer Zeit wieder mit Füßen getreten wurde, angesichts der umstrittenen Deutung des Krieges.

Die politisch geteilte Gesellschaft erinnerte am Volkstrauertag zunehmend an den Kampf der deutschen Soldaten … ja man empfahl sogar der nächsten Generationen zur Nachahmung dieser Taten.  Die Nationalsozialisten schrieben diese Deutung 1934 per Gesetz fest:

Der Volkstrauertag wurde auf den 16. März gelegt und zum staatlichen „Heldengedenktag“ erklärt.

Es stand nicht mehr das christlich geprägte Totengedenken im Mittelpunkt  /  sondern Heldentum und Kampfbereitschaft … Propaganda für den Krieg nicht für Frieden und Versöhnung.

Am 1. September 1939 begann mit dem Einmarsch der deutschen Soldaten in Polen der „Zweite Weltkrieg“. Am Ende dieses „Sinnlosen Krieges“ waren über 50. Millionen Tote zu beklagen.

Nach diesem „ Dunklen Kapitel“ der deutschen Geschichte wurde 1945  der Heldengedenktag wieder zum Volkstrauertag und man gedachte den Opfern beider Weltkriege nicht nur den getöteten Soldaten sondern auch den zivilen Opfern. Im Vordergrund standen wieder Trauer um die Toten …. und Frieden / Freiheit und Versöhnung.

Doch was ist der Volkstrauertag Heute … als was sollten wir ihn verstehen :

Es geht vor allem nicht darum beim Gedenken an die Opfer des ersten und zweiten Weltkrieges, …. das sich alle Deutschen, das wir uns schuldig fühlen sollen. Sondern es geht darum, dass alle Menschen wissen sollen warum Widerstand gegen rechtes Gedankengut / gegen Diktatoren / gegen Kriegstreibern …. Heute wieder notwendiger geworden ist denn Je.

Heute ist dieser Tag allen Opfern von Krieg / Terror und Gewalt gewidmet … der Vergangenheit und der Gegenwart. Wir haben Krieg und Terror noch lange nicht überwunden…. im Gegenteil … Frieden und Freiheit scheinen angesichts der aktuellen weltweiten Kriege / der Terroranschläge …  in weite Ferne gerückt zu sein. Demokratie scheint in einigen Staaten nur noch Makulatur zu sein.

Der heutige Volkstrauertag soll uns auch wieder daran erinnern das Demokratie und Freiheit keine Selbstverständlichkeit sind. Das wir jeden Tag, ja sogar jede Stunde dafür kämpfen müssen.

Wir sehnen uns nach Frieden ….. nach dem Tag an dem es in den Nachrichten nicht mehr um Gewalt / Krieg und Terror geht, und wir nicht mehr auf einen anderen Sender umschalten weil wir das alles nicht mehr sehen und hören wollen.

Doch für ein Leben in Frieden kann und muss jeder von uns selber etwas tun…. wir dürfen uns nicht nur auf die Politik verlassen … wir müssen selber anfangen die Werte die wir von anderen Menschen derzeit einfordern wieder selber zu leben.

Wir reden ständig davon z.B.  wie wichtig die Integration von Flüchtlingen ist. Und gleichzeitig sind wir selber dabei uns von unserer eigenen Integration in der Gesellschaft zu verabschieden nur noch wenige nehmen sich Zeit für die Gemeinschaft für das Vereins oder Dorfleben oder für das “ christliche Leben .“  Man beschränkt sich auf seine eigenen vier Wände ….beteuert man habe keine Zeit …. und wie schlecht es einem geht …. und wie gut es die Anderen haben.

Dieser Trend in unsere Gesellschaft führt uns in eine falsche Richtung ….

Wenn wir unseren Kindern wirklich eine Welt  in Frieden hinterlassen wollen brauchen wir eine starke Gemeinschaft von Grund auf…..

Und wir müssen eine Behauptung des deutschen Physiker Georg Lichtenberg klar wiederlegen….diese behauptete :

Gesetzt den Fall, wir würden eines Morgens aufwachen und feststellen, dass plötzlich alle Menschen die gleiche Hautfarbe und den gleichen Glauben haben, wir hätten garantiert bis Mittag neue Vorurteile.

Vorurteile abbauen und eine starke Gemeinschaft … sind der Grundstock für eine starke Demokratie / Grundstock für einen dauerhaften Frieden … in Europa und in der Welt.

Als symbolischen Grundstock lege ich im Namen von uns allen diese Gedenkschale nieder in der Hoffnung dass wir uns aufmachen die Zukunft für unser Kinder in Frieden zu gestalten.  All die Toten der Vergangenheit und der Gegenwart von Krieg / Terror und Gewalt sollen diese Hoffnung untermauern und uns auf den Weg zum Frieden begleiten.