Rede zum Volkstrauertag 2018

Mit folgender Verordnung, trat das Deutsche Königreich am 1. August 1914 mit einer Kriegserklärung an das Russische Königreich in den daraus entstehenden Ersten Weltkrieg ein: Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen Verordnen auf Grund des Artikels 68 der Verfassung des Deutschen Reichs, im Namen des Reichs, was folgt: Das Reichsgebiet ausschließlich der königlich Bayrischen Gebietsteile wird hierdurch in Kriegszustand erklärt. Diese Verordnung tritt am Tage ihrer Verkündung in Kraft. Fast auf den heutigen Tag genau am 11.November 1918 endete der „ Erste Weltkrieg“ ….. also vor 100 Jahre. Im Heeresbericht der deutschen Streitkräfte steht dies mit den  Worten: „ Infolge Unterzeichnung des Waffenstillstandsvertrages wurden heute Vormittag an allen Fronten die Feindseligkeiten eingestellt.

Zwischen diesen Beiden doch .. kurzen  Erklärungen  die den Krieg und Frieden einleiteten fanden im 1. Weltkrieg rund 9 Millionen Soldaten und 10 Millionen Zivilisten den Tod……… zwei Gruppen standen sich  dabei gegenüber zum einen die Mittelmächte, 4 Länder zu denen Deutschland gehörte  und die Entente ( Ontont ) rund 36 Staaten wie Frankreich, Großbritannien und Russland aber auch so unscheinbare Namen wie Siam , San Marino oder Kuba). Rund 70. Millionen Menschen wurden damals zu den Waffen gerufen. …. Und im Zweiten Weltkrieg ? nicht 40 Staaten sondern rund 60 Staaten waren beteiligt und rund 110 Millionen Menschen wurden damals zu den Waffen gerufen….. und rund 70 Millionen  fanden einen sinnlosen Tod…. In vielen Bildern und auch Filmen wurden die damaligen Weltkriege festgehalten … und wenn wir an diese denken sehen wir die Welt von damals in schwarz und weiß in Grautönen…. Doch das war sie nicht … das Blut der Toten war genau so rot wie es in unseren Adern heute fließt ….. die Schlachtfelder auf denen viele ihr Leben ließen waren grüne Wiesen mit farbenprächtigen Blumen und der Himmel unten denen sie Starben war Blau …. nicht schwarz/weiß……… Und so mancher letzter Gang in die Gaskammern der Konzentrationslager wurde von einem schönen Sonnenauf bez. Untergang begleitet  .. wie es sie heute noch gibt. …..So sollten wir uns die vergangenen Weltkriege vorstellen  … in Farbe dann werden sie auch für unsere heutigen Generationen denke ich „realistischer und greifbarerer “.  Kriege sind noch immer Realität auch wenn wir in Europa nicht mehr unmittelbar betroffen sind gibt es derzeit, laut einer Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung, Weltweit 27 Kriege und 4 sogenannte bewaffnete Konflikte.

Die Auswirkungen dieser Kriege und Konflikte aber spüren wir Tagtäglich ….. Menschen suchen Zuflucht in Europa in Deutschland um das zu finden was wir über 70 Jahre haben. Eine „Zukunft“ und „Frieden“.

Doch auch in Europa ist dieser Frieden in Gefahr … Populisten schüren Angst und Schrecken, verbreiten Zwietracht unter den Menschen, verleugnen unsere Vergangenheit und wollen uns weiß machen, dass nur sie die „Alternative“ sind. Doch für Frieden und Freiheit gibt es nur eine alternativlose „Alternative“ …. Das sind wir……die Menschen in Europa. Frieden ist keine Selbstverständlichkeit „ Frieden muss man leben und tagtäglich dafür kämpfen und dafür einstehen. Populisten und Kriegstreiber haben kein Interesse daran … sie wollen Macht / Reichtum und über den Menschen herrschen.

Heute am Volkstrauertag 2018 :

100 Jahre nach dem 1. Weltkrieg / 80 Jahre nach der Pogromnacht als Synagogen brannten und jüdische Geschäfte zerstört, tausende Menschen festgenommen und getötet wurden. Sollten wir nicht mehr trauern sondern aufstehen und dafür einstehen das Krieg / Terror und Gewalt weltweit ein Ende finden. Oder wie es Max Mannheimer ein Holocaust- Überlebender ausdrückte: „ Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.“

Als Zeichen des Aufbruchs zu Frieden und Freiheit Weltweit lege ich im Namen der Stadt Osterhofen und im Zeichen von uns allen diese Schale nieder. In der Hoffnung dass nach den vielen Reden die zum Volkstrauertag deutschlandweit gehalten wurden auch Taten folgen.

Robert Kröll

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