Lässt Jobcenter Mütter aufs Geld warten?

Osterhofen 10. März 2017 – Deggendorfer Zeitung

Kinderschutzbund Osterhofen bestätigt Doppelspitze mit Brigitte Treichl und Insa Pfeiffer Ruhland

Osterhofen. Für seine Zehn-Jahres-Feier hat sich der Kinderschutzbund Osterhofen etwas Besonderes einfallen lassen: Die Gruppe „Sternschnuppe“ bringt am 17. März 2018 Theater zum Mitmachen, Musical und Kinderlieder in die Stadthalle.

Dies gab der Verein am Mittwochabend in der Jahreshauptversammlung in den „Arcobräu Stuben“ bekannt. 1. Vorsitzende Brigitte Treichl begrüßte dazu besonders Bürgermeisterin Liane Sedlmeier sowie die Stadträte Paul Ammer und Robert Kröll.

Als Wahlleiterin präsentierte Liane Sedlmeier folgende Vorstandschaft: 1. Vorsitzende Brigitte Treichl, 2. Vorsitzende Insa Pfeiffer-Ruhland und Kassier Herbert Köhlnberger als „Quotenmann“ in der Frauenriege. Eine personelle Veränderung gab es beim Amt der Schriftführerin: Katharina Sigl folgt hier auf Claudia Müller. Diese ist künftig Beisitzerin zusammen mit Irene Fragner, Esra Koch, Manuela Kiermayer und Theresia Pfeiffer. Die Kasse prüfen Robert Kröll und Sabine Feuerecker. Aus der Vorstandschaft verabschiedet wurden Bettina Krümmel und Sabina Flieger.

Brigitte Treichl bilanzierte in ihrem Tätigkeitsbericht die ausschließlich ehrenamtliche Arbeit im Kinderschutzbund Osterhofen. „Wir sind ein Begegnungszentrum geworden“, sagte Insa Pfeiffer-Ruhland. Besonderer Dank ging an die Stadt Osterhofen, die kostenlos die Räume in der Mittelschule zur Verfügung stellt. Die Kleiderkammer ist das wichtigste Angebot des Kinderschutzbundes. Dieses niederschwellige Angebot dient als Türöffner. Die Hilfesuchenden kommen mit den Helfern des Kinderschutzbundes ins Gespräch und bei Bedarf werden Termine mit professionellen Beratungsangeboten vermittelt. Hier bestehen Kooperationen mit dem Frauennotruf, dem Jugendamt und der Schwangerenberatung im Landkreis Deggendorf. Letztere bietet nicht nur Konfliktberatung, sondern unterstützt die Mütter auch nach der Geburt.

Insa Pfeiffer Ruhland berichtete, dass es immer häufiger Probleme mit dem Jobcenter Deggendorf gebe. Zwischen Antragstellung und erster Auszahlung vergingen oft drei Monate, so Pfeiffer Ruhland. In einem Fall habe eine Frau sieben Monate lang kein Geld erhalten. Immer wieder sei die Antragstellerin wegen fehlender Unterlagen vom Amt abgewiesen worden. Einmal schickte sie das Jobcenter wegen eines fehlenden Merkblattes weg. Erst als Insa Pfeiffer-Ruhland die Frau ins Jobcenter begleitete, kam Bewegung in die Sache: Zwei Tage vor Weihnachten erhielt die Bedürftige eine Barauszahlung.

Die von Brigitte Treichl und Insa Pfeiffer-Ruhland als zuverlässig beschriebene Frau war sich sicher: Ohne die Hilfe des Kinderschutzbundes hätte sie wieder kein Geld bekommen. „Das ist gegen die im Grundgesetz verankerte Menschenwürde. So kann man mit Menschen nicht umgehen!“, kritisierte Insa Pfeiffer-Ruhland das „sehr restriktive“ Vorgehen des Jobcenters Deggendorf.

„Wir werden gehört“, ist sich Brigitte Treichl sicher. Das Landratsamt wird in Kürze ein Netzwerktreffen mit Jobcenter, Jugendamt und Kinderschutzbund anberaumen. Dieses Treffen geht auf eine Initiative des Kinderschutzbundes zurück. Letztes Jahr wurde der Stadtrat vom Kinderschutzbund gebeten, ein Sozialbüro in Osterhofen einzurichten. Die Stadt reichte diesen Antrag an den Landkreis weiter, da dieser für die Jugendarbeit zuständig ist.

Bürgermeisterin Liane Sedlmeier empfahl, das Netzwerktreffen abzuwarten und bot an, dass Mitarbeiter der Stadtverwaltung gemeinsam mit dem Kinderschutzbund Osterhofen daran teilnehmen. „Eigentlich sollten Ehrenamtliche den Behörden nicht sagen müssen, wo es lang geht“, befand Insa Pfeiffer-Ruhland.

Kassier Herbert Köhlnberger dankte in seinem Bericht allen Sach- und Geldspendern: „Wir sind davon abhängig und freuen uns über jedes Kindergewand und über jede Geldspende.“ Köhlnberger rief Interessierte dazu auf, sich beim Kinderschutzbund zu engagieren: „Schaut’s vorbei!“ mik

Rede zum Volkstrauertag 2016

Der Volkstrauertag hat eine lange Tradition, er wurde als Gedenktag für die Kriegsopfer des „Ersten Weltkrieges“ eingeführt …. die erste offizielle Feierstunde fand 1922 im Deutschen Reichstag in Berlin statt. Reichstagspräsident Paul Löbe rief damals eindringlich zur Abkehr von Hass auf und warb für Versöhnung und Verständigung.

Ein Aufruf der schon in der Weimarer Zeit wieder mit Füßen getreten wurde, angesichts der umstrittenen Deutung des Krieges.

Die politisch geteilte Gesellschaft erinnerte am Volkstrauertag zunehmend an den Kampf der deutschen Soldaten … ja man empfahl sogar der nächsten Generationen zur Nachahmung dieser Taten.  Die Nationalsozialisten schrieben diese Deutung 1934 per Gesetz fest:

Der Volkstrauertag wurde auf den 16. März gelegt und zum staatlichen „Heldengedenktag“ erklärt.

Es stand nicht mehr das christlich geprägte Totengedenken im Mittelpunkt  /  sondern Heldentum und Kampfbereitschaft … Propaganda für den Krieg nicht für Frieden und Versöhnung.

Am 1. September 1939 begann mit dem Einmarsch der deutschen Soldaten in Polen der „Zweite Weltkrieg“. Am Ende dieses „Sinnlosen Krieges“ waren über 50. Millionen Tote zu beklagen.

Nach diesem „ Dunklen Kapitel“ der deutschen Geschichte wurde 1945  der Heldengedenktag wieder zum Volkstrauertag und man gedachte den Opfern beider Weltkriege nicht nur den getöteten Soldaten sondern auch den zivilen Opfern. Im Vordergrund standen wieder Trauer um die Toten …. und Frieden / Freiheit und Versöhnung.

Doch was ist der Volkstrauertag Heute … als was sollten wir ihn verstehen :

Es geht vor allem nicht darum beim Gedenken an die Opfer des ersten und zweiten Weltkrieges, …. das sich alle Deutschen, das wir uns schuldig fühlen sollen. Sondern es geht darum, dass alle Menschen wissen sollen warum Widerstand gegen rechtes Gedankengut / gegen Diktatoren / gegen Kriegstreibern …. Heute wieder notwendiger geworden ist denn Je.

Heute ist dieser Tag allen Opfern von Krieg / Terror und Gewalt gewidmet … der Vergangenheit und der Gegenwart. Wir haben Krieg und Terror noch lange nicht überwunden…. im Gegenteil … Frieden und Freiheit scheinen angesichts der aktuellen weltweiten Kriege / der Terroranschläge …  in weite Ferne gerückt zu sein. Demokratie scheint in einigen Staaten nur noch Makulatur zu sein.

Der heutige Volkstrauertag soll uns auch wieder daran erinnern das Demokratie und Freiheit keine Selbstverständlichkeit sind. Das wir jeden Tag, ja sogar jede Stunde dafür kämpfen müssen.

Wir sehnen uns nach Frieden ….. nach dem Tag an dem es in den Nachrichten nicht mehr um Gewalt / Krieg und Terror geht, und wir nicht mehr auf einen anderen Sender umschalten weil wir das alles nicht mehr sehen und hören wollen.

Doch für ein Leben in Frieden kann und muss jeder von uns selber etwas tun…. wir dürfen uns nicht nur auf die Politik verlassen … wir müssen selber anfangen die Werte die wir von anderen Menschen derzeit einfordern wieder selber zu leben.

Wir reden ständig davon z.B.  wie wichtig die Integration von Flüchtlingen ist. Und gleichzeitig sind wir selber dabei uns von unserer eigenen Integration in der Gesellschaft zu verabschieden nur noch wenige nehmen sich Zeit für die Gemeinschaft für das Vereins oder Dorfleben oder für das “ christliche Leben .“  Man beschränkt sich auf seine eigenen vier Wände ….beteuert man habe keine Zeit …. und wie schlecht es einem geht …. und wie gut es die Anderen haben.

Dieser Trend in unsere Gesellschaft führt uns in eine falsche Richtung ….

Wenn wir unseren Kindern wirklich eine Welt  in Frieden hinterlassen wollen brauchen wir eine starke Gemeinschaft von Grund auf…..

Und wir müssen eine Behauptung des deutschen Physiker Georg Lichtenberg klar wiederlegen….diese behauptete :

Gesetzt den Fall, wir würden eines Morgens aufwachen und feststellen, dass plötzlich alle Menschen die gleiche Hautfarbe und den gleichen Glauben haben, wir hätten garantiert bis Mittag neue Vorurteile.

Vorurteile abbauen und eine starke Gemeinschaft … sind der Grundstock für eine starke Demokratie / Grundstock für einen dauerhaften Frieden … in Europa und in der Welt.

Als symbolischen Grundstock lege ich im Namen von uns allen diese Gedenkschale nieder in der Hoffnung dass wir uns aufmachen die Zukunft für unser Kinder in Frieden zu gestalten.  All die Toten der Vergangenheit und der Gegenwart von Krieg / Terror und Gewalt sollen diese Hoffnung untermauern und uns auf den Weg zum Frieden begleiten.

 

 

Mehr Licht, mehr Platz im Foyer

Grundsätzlich wäre ich auch für eine Sanierung der Stadthalle gewesen, immer wieder hat sich auch der Stadtrat  dafür ausgesprochen. Doch jetzt wo alle Bedingungen auf den Tisch lagen …. fehlten mir die richtigen und wichtigen Voraussetzungen:

Kein richtiges Konzept für was und wen wir die Stadthalle sanieren, was wollen wir in Zukunft erreichen welche Veranstaltungen sollen stattfinden.

Anfangs 90% Zuschuss in Aussicht gestellt zum Schluss nur rund 24 %

Die Neugestaltung der Stadthalle, das Aussehen hat mich zusätzlich nicht überzeugt. 

Also war meine Abstimmung : Nein

Osterhofen 17. Juni 2016 – Osterhofener Zeitung

Stadtrat beschließt Sanierungsumfang für die Stadthalle – 2,2 Millionen Euro Kosten, 446 100 Euro Zuschüsse

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Osterhofen. Mit fünf Gegenstimmen hat der Stadtrat gestern Abend den Entwurf zur Sanierung der Stadthalle für rund 2,2 Millionen Euro Bruttokosten gebilligt. Da die Stadthalle seit Januar als Gewerbebetrieb geführt wird, belaufen sich die Kosten nach Vorsteuerabzug auf 1 845 500 Euro. Die Förderung aus dem Kommunal-Investitionsprogramm (KIP) beträgt 446 100 Euro.

Zwar waren 90 Prozent Förderung für energetische Sanierungen und Barrierefreistellungen in Aussicht gestellt, da sich aber 1300 Kommunen beworben haben, musste aufgeteilt werden. 600 erhielten einen Zuschlag, darunter Osterhofen, freute sich Bürgermeisterin Liane Sedlmeier. Die Förderquote von 24 Prozent entspreche den erwarteten Zuschüssen bei der Besprechung der Maßnahme in vorausgegangenen Stadtratssitzungen.

Geplant ist ein neues Foyer, das der Stadthalle vorgesetzt wird und durch die Öffnung großer Fensterelemente mit dem Vorplatz eine Einheit bilden kann, stellte Planer Thorsten Erl vor. Darin können Ausstellungen stattfinden, zudem wird dort die Garderobe untergebracht. Im Bereich der bisherigen Garderobe wird die Toilettenanlage erweitert und zudem ein Behinderten-WC eingebaut.

Der Grundriss des Saals bleibt unverändert, allerdings wird an der Südseite künftig das Stuhllager untergebracht. Dafür soll auf Anregung von Stadtrat Franz Groh noch eine bessere Lösung gefunden werden. Die Küche wird auf Cateringservice reduziert. Die Empore mit Bar muss aufgegeben werden, weil kein zweiter Rettungsweg möglich ist: Die Halle steht bereits auf der Grundstücksgrenze, ein Anbau ist nicht möglich.

Erhalten bleibt die markante Dachgestaltung, allerdings soll die Fassade ein „modernes Gesicht“ durch schmale Fenster erhalten – was unter den Stadträten durchaus umstritten ist. Laut Erl soll damit aber mehr Licht in den Saal gelangen.

Erneuert wird die Saaldecke mit Lüftung und Technik, neu wird auch die Beschallungs- und Medientechnik. Außerdem wird es ein zweites Heizsystem (Bodenheizung im Saal) geben. Automatische Be- und Entlüftung sowie eine neue Bestuhlung sind laut Thorsten Erl in die Kosten ebenfalls eingerechnet.

Karl-Heinz Hierzegger erkundigte sich, ob durch Verzicht auf die Außendämmung Geld gespart werden könnte? Davon rät Planer Erl in Absprache mit dem Energieberater ab, da dies angesichts der neuen Fenster Feuchteprobleme im alten Mauerwerk bringen würde. Zudem müsste man Putz und Fassade auch ohne Dämmung sanieren.

Die Sanierung schieße über das Ziel hinaus, wandte Mathias Meier ein, eine Erneuerung der Deckenhalle sei der wichtigste Aspekt. Auch weitere Stadträte hatten Bedenken angesichts der hohen Kosten: Rainer Flieger und Johann Beham erkundigten sich, ob nicht doch ein Verschieben der Maßnahme und ein späterer Neubau sinnvoller wären. „Die zwei Millionen Euro könnten wir ganz notwendig brauchen für weitere Projekte“, sagte Beham. Auch Franz-Xaver Lechner sprach sich für ein Verschieben des Vorhabens aus. Ein Neubau, so Bürgermeisterin Sedlmeier, sei angesichts des engen Grundstücks an der Stelle nicht möglich. Auch sei keine Kostenersparnis durch Verzicht auf Ausschreibung der Arbeiten möglich – wie von Bruni Irber vorgeschlagen – da dafür die Halle an Privat verkauft werden müsste.

Das Projekt ist laut Sedlmeier im Stadtrat mehrfach durchgesprochen und in den Haushalt eingerechnet. Außerdem, so Stadtrat Fritz Gößwein, sei die Halle nach der Sanierung eine Bereicherung für die Stadt und geriere zusätzliche Einnahmen. Der Stadtrat habe sich zwei mal für eine Sanierung und gegen einen Neubau ausgesprochen, wandte Paul Ammer ein. Da müsse man nicht „das Pferd neu aufzäumen“, zumal die Halle dann barrierefrei und die Toilettensituation „um 1000 Prozent“ verbessert würden.

Da die Empore wegen des Brandschutzes entfernt werden muss, bat Mario Kaiser darum, die Bar an anderer Stelle einzurichten. Zudem befürchtete er, dass künftig keine Partys mehr möglich seien. Diese werden, so Sedlmeier, weiter zugelassen, allerdings müsse dann mehr auf die Halle geachtet werden. Bislang war die Stadt bei Schäden aufgrund des schlechten Zustands der Halle kulant.

Bruni Irber regte an, ein Betriebskonzept zu erstellen und durch Vermietung der sanierten Halle beispielsweise an Verbände Einnahmen zu gewinnen. Dies erfolgt nach Zustimmung zum Sanierungsentwurf, führte Liane Sedlmeier aus. gs