Wo das Trinkwasser herkommt…

Osterhofener Zeitung PNP

Feuerwehr besichtigt Wasserwerk – Überwachung durch laufende Untersuchungen

Haardorf. Die Feuerwehr Haardorf hat das neue Wasserwerk in Moos besichtigt. Es stellt weiches „Waldwasser“ nun auch für die Gemeinden südlich der Donau zu Verfügung. Werkleiter Hermann Gruber informierte eingehend über die Wasserversorgung. Zunächst aber berichtete er vom Fund einer Einheit Enterokokken auf 100 Milliliter an der Wasserentnahmestelle in Sammern. Mitteilungen wurden bereits an die Presse und an den Rundfunk über ein vorsorgliches Abkochgebot ausgesandt. Die Desinfektion des Leitungsnetzes mit Chlor wurde schon veranlasst. Neben eigenen Laboruntersuchungen übernehmen Fremdfirmen die Kontrolle des Wassers. Immer wieder erkundigten sich besorgte Bürgermeister telefonisch über die eingeleiteten Maß- nahmen. „Trinkwasser ist das am besten untersuchte und überwachte Lebensmittel“, so Gruber. Das Wasserwerk Moos stellt gesundes Trinkwasser mit der zentralen Enthärtungsanlage her. Das Wasser wird aus einer Tiefe von zehn Metern entnommen. Pro Stunde werden 400 Kubikmeter in vier Stufen aufbereitet: Im Oxidator wird Sauerstoff zugeführt, der Sandfilter entfernt Eisen und Mangan, geringe Spuren von Uran werden herausgefiltert, bevor durch das Enthärtungsverfahren CARIX® das Wasser durch ein Ionenaustauscher-Mischbettverfahren „weich“ wird. Weiches Wasser hat den Vorteil, dass weniger Reinigungs- und Waschmittel im Haushalt benötigt werden und keine privaten Enthärtungsanlagen mehr nötig sind. Durch diese Maßnahmen spart sich jeder Haushalt etwa 150 Euro im Jahr. Das Wasserschutzgebiet Moos hat eine Fläche von 1216 Hektar. Das Einzugsgebiet des Trinkwasserbrunnens Moos wird durch ein Kooperationsmodell mit den Landwirten sichergestellt. Dabei werden die Flächen weniger gedüngt und es werden durchgehend Bodenproben entnommen. Die Landwirte erhalten als Gegenleistung Ausgleichszahlungen. Das zweite Standbein ist die Talsperre Flanitz im Bayerischen Wald. In der Talsperre befinden sich 22 Millionen Kubikmeter Wasser, was die Versorgung für zwei Jahre absichert. Die Talsperre dient als Hochwasserrückhaltebecken, wird zur Niedrigwasseraufhöhung eingesetzt und ist ein Faktor für den Fremdenverkehr. Mit diesem Wasser werden rechts der Donau die Gemeindeteile Aicha und Haardorf versorgt. Die Wasserversorgung ist seit 1923 Pflichtaufgabe für die Gemeinden. Um diese zu erfüllen, haben sich die Gemeinden zu einem Zweckverband, zu einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, zusammengeschlossen. Waldwasser hat 70 Beschäftigte südlich und nördlich der Donau. Vollautomatisch gesteuert werden Pumpen, Wasserentnahme zentral in der EDV-Anlage in Moos. Zum Abschluss bedankte sich Vorsitzender Johann Weigl für die interessante Führung bei Werkleiter Hermann Gruber. Trinkwasser sei ein schützenswertes Gut, das für die nachfolgenden Generationen erhalten werden müsse. Dass dies gelingt, zeigen auch die vorsorglichen Maßnahmen bei Störungen. – sr

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