Die Feuerwehr wird 150 Jahre alt

Osterhofen 14. November 2017 – Osterhofener Zeitung

Vier Nationen aus zwei Erdteilen feiern im August 2018 mit „Voxxclub“ – Jahreshauptversammlung mit Ehrungen

Michael Kufner

Osterhofen. Einen Knaller hatte Ehrenkreisbrandrat Leopold Schmid, Vorsitzender der FF Osterhofen, vergangenes Jahr für das 150. Gründungsfest der FF Osterhofen im Jahr 2018 versprochen. Schmid hat untertrieben: Am Festwochenende vom 3. bis zum 5. August wird die Osterhofener Feuerwehr nicht nur einen Knaller zünden, sondern gleich ein ganzes Feuerwerk aus lauter hochkarätigen Veranstaltungen.

Los geht es am Freitag mit „Voxxclub“ und der Antenne-Bayern-Band. Am Samstag treten die Blaskapelle „Krach und Fürchterlich“ und der Gstanzlsänger Hubert „Maus“ Stettmeier auf. Am Sonntag spielt „Aufgmuggt“ die Gäste zum Weißwurstfrühstück ins Zelt. Anschließend gibt es einen Festgottesdienst mit Bänderweihe und einen Festzug.

Traditionell gehört eine Festmutter zu einem Jubiläum. Für dieses Amt konnte es keine Bessere als Michaela Baumgartner geben, der Kommandant Manfred Ziegler in weiser Voraussicht schon den Ehrentitel „Mutter der Feuerknirpse“ verliehen hatte. Eigene Kinder hat Baumgartner jedoch noch nicht. Was also tun? Leopold Schmid präsentierte die perfekte Lösung: In Österreich gibt es bei solchen Anlässen eine Festpatin. Diesen pragmatischen Brauch aus der Alpenrepublik haben die Osterhofener übernommen und Michaela Baumgartner zur Festpatin ernannt.

Die Österreicher wiederum kennen das hierzulande übliche Patenbitten nicht. Nachdem die Freunde aus dem oberösterreichischen Mettmach jedoch von Bräuchen wie dem „Wüstenschnapstrinken“ gehört hatten, stellten sie sich sofort für das Patenbitten zur Verfügung, das voraussichtlich im Februar stattfinden wird. Man darf sicher sein, dass sich die Österreicher spaßige Aufgaben einfallen lassen werden.

Eingeladen sind zudem Feuerwehrkameraden aus dem tschechischen Lhenice im Bezirk Prachatitz und amerikanische „Firefighter“ aus der Bronx von der Engine 75 des Fire Departments der Stadt New York. „Vier Nationen aus zwei Erdteilen“, brachte Leopold Schmid diese weltumspannende Völkerverständigung der Feuerwehren auf den Punkt. Davon war auch Stadtpfarrer Christian Altmannsperger so begeistert, dass er im Lauf der Versammlung der FF Osterhofen beitrat.

Als Kommandant ließ Kreisbrandmeister Manfred Ziegler in seinem Bericht die Aktivitäten der Wehr im vergangenen Jahr Revue passieren. Derzeit hat die Wehr 123 aktive Mitglieder, davon 43 Atemschutzträger. Von dieser Zahl zeigte sich besonders stellvertretender Landrat Roman Fischer beeindruckt. Etliche Mitglieder opferten wieder ihre Freizeit für Ausbildungen und Lehrgänge sowie insgesamt 122 Übungen, bei denen rechnerisch 1721 Mann im Einsatz waren. 121 Mal rückte die FF Osterhofen zu Bränden, Verkehrsunfällen und Technischer Hilfe aus.

Besonders dankte Ziegler den Jugendwarten Markus Urlberger und Stefan Baumgartner sowie Alexander Gerstl, Markus Stern, Max Bauer, Michael Müller und Michaela Baumgartner, der „Mutter der Knirpse“. Derzeit sind 23 Kinder bei den Feuerknirpsen, die im vergangenen Jahr 50 Stunden bei der Feuerwehr verbracht haben. Die Kinderfeuerwehr bietet ein Rundum-Sorglos-Paket an: Die Kinder werden von der Feuerwehr zu den Gruppenstunden daheim abgeholt und wieder nach Hause gebracht. Besonderer Höhepunkt war das Zeltlager mit Fackelwanderung und Gruselgeschichten am Lagerfeuer. Über die Arbeit der Jugendfeuerwehr mit 18 Mitgliedern berichtete Jugendsprecher Thomas Windmeißer.

„Jugend, Jugend, Jugend“, freute sich KBI Erwin Wurzer in seinem Grußwort über die Nachwuchsarbeit der FF Osterhofen und lobte die gute Zusammenarbeit mit BRK und weiteren Hilfseinheiten.

Stellvertretender Kommandant Hans Ecker gab Einblick in die Arbeit an der Brandsimulationsanlage (BSA). An 30 Samstagen von Februar bis November trainieren hier 1100 Atemschutzgeräteträger aus ganz Niederbayern. Seit 2005 waren es insgesamt 11 820 Feuerwehrleute, die hier aus- und weitergebildet wurden. Bürgermeisterin Liane Sedlmeier veranschaulichte diese beeindruckende Zahl in ihrem Grußwort: „Das entspricht der Einwohnerzahl der Stadtgemeinde Osterhofen!“ Ecker berichtete weiter vom Stand bei der Erweiterung der BSA. So soll ein weiterer 40-Fuß-Container auf den bestehenden aufgesetzt werden. Dann hat die Anlage genug Platz, um mit Möbeln, verstellbaren und sogenannten „Brechtüren“ noch realistischer trainieren zu können.

Besonderer Dank von Ecker und Ziegler galt den 24 Ausbildern, die an der BSA arbeiten und allen Helfern und Unterstützern der Feuerwehr sowie den Vertretern der Behörden und Verwaltungen.

Zum Feuerwehrmann befördert wurden: Benjamin Sageder, Tobias Höppler, Sarah Schmidt, Andreas Göstl und Harry Haselsberger. Das Dienstaltersabzeichen für zehn Jahre erhielten Max Bauer, Pascal Hartl, Michael Müller, Markus Stern und Harry Haselsberger sowie Alexander Saller für 20 Jahre. Seit 25 Jahren leisten Hans Ecker und Werner Schemmerer Dienst in der Feuerwehr.

Zu Beginn begrüßte Vorsitzender Leopold Schmid unter anderem die Stadträte Paul Ammer und Robert Kröll, KBI Erwin Wurzer, Ehrenkommandant Max Hupfloher, EKBI Klaus Heller, Ehrenvorsitzenden Alois Dobler vom Förderverein, die Abordnung der FF Altenmarkt mit Kommandant KBM Christoph Thiele und stellv. Bereitschaftsleiter Daniel Schmidkonz vom BRK.

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