Der Wald bleibt ein schwieriger Patient

Osterhofen 4. März 2016 – Deggendorfer Zeitung

Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft – Vortrag zur Risiko-Beurteilung von Hochwassergefahren

Jagdgenossenschaft (2)

Aicha. Aufschluss über getätigte oder erforderliche Pflegemaßnahmen hat die Jagdversammlung am Dienstag gegeben. Neben den Rechenschaftsberichten erhielten die Jagdgenossen Einblick in aktuelle Themen und Probleme. Ersichtlich wurde daraus, dass der heimische Wald für seine Besitzer ein schwieriger Patient bleibt.

Nach Aussage von Revierförster Marko Ambros wird wegen des milden Winters der Borkenkäferbefall drastisch zunehmen und am Baumbestand noch höheren Schaden verursachen als im Vorjahr.

Christian Schmidt von der Bayerischen Versicherungskammer stellte die Gefahrenklassen für Anlieger zur Risikobewertung von Hochwassergefahren vor. Versicherungen nutzen hierzu das sog. Zonierungs-System.

Die besonderen Grüße von Jagdvorsteher Siegfried Rauscher galten 3. Bürgermeister Kurt Erndl, Stadtrat Robert Kröll, Jagdpächter Hermann Sedlmeier und Jagdvorsteher Herbert Jakob aus Arbing. Nach dem Ragoutessen eröffnete das Jagdhornduo mit Helmut und Hermann Sedlmeier die Tagesordnung. Kassier Franz Wagner erstattete den Kassenbericht. Dieser wurde von den Kassenprüfern Roland Stieglmeier-Maidl und Albert Pirkl für korrekt geführt abgehandelt und der Entlastung zugeführt.

Informatives aus dem Genossenschaftsbereich hatte Jagdvorsteher Rauscher zu berichten. Seine Ausführungen befassten sich mit dem drei Jahre gültigen Vegetationsgutachten, das den Verbiss an Waldpflanzen durch Rehwild protokolliert. Daraus lasse sich aber keine Erhöhung der Abschusszahlen ableiten. Für sinnvoll hält Rauscher die Einzäunung von Tannen- oder Eichenkulturen, aber auch der Terminalschutz biete Sicherheit gegen den Verbiss.

Die Revierbegehung im Herbst habe den Waldbauern die Wichtigkeit des schnellen Handelns gegen den Borkenkäfer aufgezeigt, dem eine stete Kontrolle beigemessen werden muss. Befürwortet wurde für das Revier Ruckasing ein neues Planierschild. Nicht gut zu sprechen ist Rauscher auf die Populationsentwicklung von Wildgänsen, die hohen Schaden verursachen. Er forderte eine Erhöhung der Abschusszahlen und eine zeitliche Jagdverlängerung. Gut vorangekommen sei man mit den Pflegemaßnahmen bei der Feldweginstandsetzung unter Mithilfe der Stadt. Hingewiesen hat Rauscher auch auf die fällige Forstpflanzenbestellung und die Holzlagerplatznutzung bei Borkenkäfereinschlag auf dem Pirkl-Areal.

Revierförster Marco Ambros erwartet wegen des milden Winters noch höhere Schäden durch Borkenkäferbefall. Frühzeitige Aufarbeitung des befallenen Holzes und Käferkontrolle seien wichtige Bestandteile der Waldwirtschaft. Problematisch sei ebenso die Krankheit in Eschenbeständen: Beim Einschlag können die Stammqualität und das lose Wurzelwerk zur ungeahnten Gefahr werden.

Über das von den Versicherungen genutzte Zonierungs-System zur Risikobeurteilung von Hochwassergefahren referierte Christian Schmidt von der Versicherungskammer Bayern. In vier Gefahrenklassen unterteilt, bestimmt diese das Prämienaufkommen bei versicherbaren Elementarschäden. Sind Hochwasserschutzmaßnahmen in den betroffenen Bereichen abgeschlossen, passen sich die Prämien dem Elementarversicherungsschutz an und lassen diese deutlich sinken. Schäden, die bei Überschwemmungen durch Heizöl entstehen, sind mitversichert, sofern amtliche und behördliche Auflagen erfüllt sind.as