Retten aus der Gefahrenzone

PNP Osterhofener Zeitung 18.02.2020

UVV-Schulung für Feuerwehrleute im Mühlhamer Keller

Mühlham. Die Feuerwehren von Thundorf, Aicha an der Donau und Haardorf haben im Mühlhamer Keller die jährlich vorgeschriebene UVV-Schulung abgehalten. Kommandant Robert Kröll begrüßte dazu besonders die Kommandanten Hans Pfaffinger und Mario Gaida sowie den Vorsitzenden Johann Weigl. Kreisbrandmeister Konrad Seis referierte in seinem Vortrag über die Gefahren an der Einsatzstelle. Bei allen Einsätzen sei es wichtig, besonnen und überlegt vorzugehen. Atemgifte seien dabei eine oft unterschätzte Gefahr, da sie farb-, geruch- und geschmacklos sind. Sie können zu Kopfschmerzen, Übelkeit oder Atemnot führen, erklärte der Referent. Extremsituationen können nur durch überlegtes Handeln gemeistert werden. Deshalb ist es laut dem Kreisbrandmeister entscheidend, immer den Gefahrenbereich abzusichern und Maßnahmen zur Eigensicherung zu treffen sowie Rettungs- und Rückzugswege freizuhalten. Gefahren, die auftreten können, sind atomar, biologisch oder auch chemisch bedingt. Die Rettung von Menschen hat immer Vorrang vor anderen Maßnahmen, erklärte Seis. Um zu vermeiden, sich selbst in Gefahr zu bringen, rät der Kreisbrandmeister, Spezialkräfte anzufordern. Auch die Leitzentrale kann detaillierte Informationen und Hilfestellungen an die Einsatzleitung nach Anforderung weitergeben. Kleinste Verletzungen müssen an den Zugführer gemeldet werden, da Erkrankungen wie Tollwut oder Herzkammerflimmern bei einem Stromschlag auch noch Tage nach dem Einsatz auftreten können. Bei abgerissenen Hochspannungsleitungen wies der Referent darauf hin, immer einen Abstand von 20 Metern im Radius einzuhalten. Um einen Verletzten aus diesem Umkreis bergen zu können, ist vom Netzbetreiber die Abschaltung der Leitung einzufordern. Konrad Seis gelang es, die Feuerwehrkameraden für ihre Aufgaben zu sensibilisieren. Dabei verwies er immer wieder, das einmal Gelernte aufzufrischen. So gehe Sicherheit und Eigenschutz bei jedem Feuerwehreinsatz vor. Die Vorgehensweise richtet sich nach einem erlernten Merkschema, das auch viele Schutzmaßnahmen beinhaltet. Seis informierte über die Neuerung, dass bei der Wasserentnahme aus Hydranten ein System-Trenner zum Einsatz kommen muss. Damit ist kein Rückfluss in die Trinkwasserleitungen mehr möglich. Leistungsprüfungen werden deshalb ab sofort nur noch mit System-Trennern durchgeführt. In der anschließenden Fragerunde gingen die Kameraden auf die Bergung von Elektroautos ein. Seis stellte fest, dass von Elektrofahrzeugen keine größere Gefahr ausgehe wie von herkömmlichen Autos, wenn grundlegende Sicherungsmaßnahmen eingehalten werden.
− sr

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