Keine neue Genossenschaftsgrenze

Osterhofen 1. März 2019 – Deggendorfer Zeitung

Jagdgenossenschaft lehnt angestrebte Verschiebung ab – Aus der Jahreshauptversammlung

Aicha. Nicht einverstanden ist die Jagdgenossenschaft Aicha mit der angestrebten Verlegung der Genossenschaftsgrenze unterhalb der Donaubrücke bei Roßfelden. Ohne Rücksprache mit den „Oachamern“ sollte das etwa 17 Hektar große Areal, das östlich der Staatsstraße 2115 liegt, der Jagdgenossenschaft Arbing zugeordnet werden. Dafür hätte Aicha im Gegenzug, ein weniger interessantes Jagdgebiet westlich der Staatsstraße Richtung Blaimberg/Herzogbach zugesprochen bekommen. Den definitiven Grenzverlauf zwischen den beiden Genossenschaften hätte die quer durchlaufende St 2115 gebildet, was die Genossen ablehnten.

Jagdhornbläser und Jagdvorsteher Siegfried Rauscher eröffneten die Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft. Besondere Grüße ergingen an 2. Bürgermeister Thomas Etschmann, Stadtrat Robert Kröll, den Wasserberater am Landratsamt, Alois Dorfmeister, und Jagdpächter Hermann Sedlmeier. Die Tagesordnung eröffnete Kassier Franz Wagner. Seine Ausführungen hatten die Kassenrevisoren Roland Stieglmeier und Albert Pirkl geprüft und in Ordnung befunden, was die Entlastung der Kassenverwaltung zur Folge hatte.

Jagdvorsteher Siegfried Rauscher griff in seinem Bericht Probleme im Genossenschaftsbereich auf. In den Fokus rückte dabei das Planfeststellungsverfahren Teil II zur Deichrückverlegung zwischen Thundorf und Aicha, welche die Regelung des Flurwegenetzes zu landwirtschaftlichen Flächen und deren Instandhaltung innerhalb des Polders klar definiert. Für Rauscher muss der Zuständigkeitsbereich der Jagdgenossenschaft erhalten bleiben, um eventuellen Eigentumsverschiebungen in Bezug auf die Jagdflächen vorbeugen zu können. Bei einem Erörterungstermin am Landratsamt Deggendorf will man sich mit der Sachlage auseinander setzen.

Das Verbissgutachten für Rehwild sieht keine Veränderungen in den Abschusszahlen vor. Probleme sieht Rauscher in der Wegenutzung und Instandhaltung auswärtiger Bewirtschafter. Diese fühlen sich wenig zuständig für den Wegebau, was sich in erhöhtem Maße auf die Kieskosten der Genossenschaft niederschlägt. Die Jagdgenossen müssten hierfür eine Regelung finden, ansonsten seien die um bis 20 Prozent pro ausgebrachter Tonne gestiegenen Kosten auf Dauer kaum tragbar. Ausgelastet sei die Nutzung im Maschinenverleih. Abgestimmt und ausgesprochen hat sich die Versammlung für den Datenschutz. Er sieht vor, dass sich nur Flureigner Zugang zum Jagdkataster verschaffen können. Die Einsichtnahme in das Jagdkataster obliegt Ludwig Sedlmeier.

Kaum Aufklärung betrieben haben die Medien in Sachen Volksbegehren „Rettet die Bienen!“ Die wenigsten Unterschriftswilligen, so Rauscher, seien mit dem Sachverhalt vertraut gewesen. Sie bescheren dem Landwirt zunehmende Auflagen, obwohl dieser der Natur eng verbunden als Heger und Pfleger zur Seite steht.

Für Jagdpächter Hermann Sedlmeier ist es immer noch unverständlich, dass Niederalteicher Jäger seit 45 Jahren auf Aichaer Genossenschaftsgebiet im sogenannten „Staatshaufen“ der Jagd nachgehen dürfen, obwohl die Genossenschaftsgrenze in der Mitte der Donau verläuft. Laut Regelung des Landratsamt ist der Anspruch auf dieses Gebiet verfallen. Gut findet der Jagdpächter, dass man der Verlegung der Genossenschaftsgrenze bei Roßfelden ohne Rücksprache mit Aicha nicht nachgekommen sei.

2. Bürgermeister Thomas Etschmann sagte Dank für die gute Zusammenarbeit mit der Stadt. Mit dem Planfeststellungsverfahren soll der Hochwasserschutz bis ca. 2022 zu Abschluss kommen, was Einwände in der Ausführung durchaus zulasse und dem landwirtschaftlichen Nutzer entgegenkommen könnte.as

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