Warten auf Landesvater Horst Seehofer

Osterhofener Zeitung 11.12.2012

„Finger weg von der Donau“: Ausbaugegner versammelten sich zu einer Kleindemonstration am Mühlhamer Keller

Mühlham. Gut eine Stunde lang haben sie gewartet und sich mit Glühwein, den Gastwirt Erhard Skoda spendierte, aufgewärmt. Als dann die hell erleuchtete „Kristallprinzessin“ mit Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und niederbayerischen Politgrößen an Bord am „Mühlhamer Keller“ vorbei fuhr, war alles ganz schnell vorbei: Nur kurz konnten die Demonstranten ihre Transparente schwenken, um den Politikern zu zeigen, was sie vom geplanten Donauausbau halten. Was sich hinter den Scheiben des Luxus-Schiffes abspielte, blieb ihren Augen verborgen. Dem Aufruf zur Demonstration auf der Terrasse der Gastwirtschaft waren an die 50 Personen nachgekommen. Die meisten davon waren Anrainer aus den Dörfern Haardorf, Mühlham und Aicha. Auch Bürger aus der restlichen Stadtgemeinde Osterhofen und dem nahen Umland. gesellten sich dazu, um ihren Unmut kundzutun. Roswitha Krüger aus Haardorf hatte die Demo mitorganisiert. „Eine total unnütze Sache, die für die Wirtschaft und die Natur nichts bringt“, meint die 55-Jährige zur umstrittenen Variante C 2,80. „Es ist nur Geplapper der Schwarzen, dass die Transitwege verstärkt auf das Wasser verlagert werden sollen. Wenn heute Terminfrachten im Eiltempo von einem Ort zum anderen befördert werden, frage ich mich, bringen Schiffe, die schön langsam stromauf- und abwärts trudeln, die gewünschte Entlastung? Und was wird so Wertvolles für unsere Wirtschaft befördert? Zudem ist der Rhein-Main-Donaukanal in den Wintermonaten unpassierbar.“ Franz Reiter aus Mühlham kritisiert, dass sich Horst Seehofer als „Kind der Donau“ bezeichnet. „Am liebsten wäre mir als Ansprechpartner für den Donauausbau der Marcel Huber,“, erklärt der 77-Jährige. „Der weiß, wo es lang geht. Ansonsten ist das bisher Unternommene ein Saustall.“ Stadtrat Robert Kröll aus Haardorf plädiert für die Natur schonende Variante A und bemängelt den fehlenden Dialog mit den Bürgern: „Diesen lässt man grundsätzlich außer Acht, damit sich die Negativmeinung in Grenzen hält.“ Horst Feigl aus Haardorf stellt sich die Frage, wem der Ausbau etwas bringt: „Warum soll man alles der Wirtschaft opfern? Rosa Braumandl wohnt seit fünf Jahren bei ihrer Tochter Rosa Zauner direkt an der Donauschleife in Mühlham. „Alles so lassen wie es ist“, meint die 76-Jährige, „denn keiner weiß, wie sich die Natur und die Wirtschaft danach verhalten werden!“ – as

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