Erinnerung an die Toten, Mahnung zum Frieden

Osterhofener Zeitung 17.11.2009

Bei den Gedenkfeiern in den Donaugemeinden: das Versöhnungswerk fortführen

VTT2009

Stadtrat Robert Kröll meinte in Haardorf, es würden von Jahr zu Jahr weniger Menschen, die einen der beiden Weltkriege miterlebt haben, umso wichtiger sei das Erinnern.

Thundorf/Aicha/ Haardorf. Die Donauorte Thundorf, Aicha und Haardorf haben mit Ehrenwachen und Vereinen in Gedenkgottesdiensten und Feiern an den Kriegerdenkmälern würdig ihrer Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft gedacht. Dabei mahnten die Bürgermeister Liane Sedlmeier und Thomas Etschmann sowie Stadtrat Robert Kröll in ihren Ansprachen, dass Friede und Versöhnung keine Selbstverständlichkeit seien, sondern tägliche Anstrengungen erfordern.
In Thundorf versammelte sich die Dorfgemeinschaft nach dem Gottesdienst, den Pfarrer Franz Roth in der Pfarrkirche zelebrierte, am fahnengeschmückten Kriegerdenkmal. Dort brachte, begleitet von der Ehrenwache des Krieger- und Soldatenvereins, nach einem kurzen Gebet des Geistlichen Bürgermeisterin Liane Sedlmeier ihre Gedanken zum Volkstrauertag ein: „Wir können nicht dankbar genug sein, dass Deutschland seit mehr als 64 Jahren in Frieden leben darf.“ Dabei solle man nicht vergessen, dass sich dieser Friede mit Verantwortung verbinde. So wie für die Deutschen das Recht auf Frieden und Freiheit selbstverständlich geworden sei, dürfe man nicht nachlassen, es für andere Staaten zu fordern, die es nicht haben. „Wir wollen die Hoffnung nicht aufgeben, dass diese Welt mit uns Menschen eine andere, eine bessere werden kann“, rief Sedlmeier auf. Gemeinsam mit KSV-Vorsitzendem Johann Zinnbauer stellte sie am Ehrenmal der Kriegsopfer eine Schale ab.
Dem Gottesdienst in Aicha mit Pfarrvikar John Elavunkal folgte im Beisein der Pfarrgemeinde, der Fahnenabordnungen von Feuerwehr, Krieger-, Soldaten- und Reservistenverein der Gedenkakt im Gotteshaus.
2. Bürgermeister Thomas Etschmann befand, dass der Tag ein guter Anlass zum Gedenken sei. Es herrsche in Europa seit nun mehr über 60 Jahren ein beispielloses Zeitalter des Friedens, der Stabilität und des Wohlstandes. „Vergessen wir daher nicht, über all dem Leid die Ansätze und Zeichen der Verständigung“, betonte er. Konrad Adenauer habe sie mit Frankreich und den westlichen Demokraten, Willi Brandt mit Polen und den östlichen Staaten herbeigeführt. „Es ist unsere Aufgabe, das Versöhnungswerk dieser und anderer Staatsmänner für kommende Generationen fortzuführen und zu erhalten“, fügte Etschmann an. Daher dürfe man sich dem Ausgleich und der Versöhnung nicht verschließen. „Dies sind wir den Menschen schuldig, deren Andenken wir wahren.“ Am Kriegerdenkmal, an dem die Reservistenkameradschaft Ehrenwache hielt, stellte Etschmann mit KSV-Vorsitzendem Adolf Schweiger eine Erinnerungsschale ab. In der Expositur-Kirche zum Hl. Martin fand am Samstag in Haardorf der Gedenkakt anlässlich des Volkstrauertags statt. Pfarrvikar John Elavunkal hielt für die Opfer der Kriege und Gewaltherrschaften den Gottesdienst.
Im Anschluss hielt die Reservistenkameradschaft Ehrenwache am Kriegerdenkmal. Stadtrat Robert Kröll stellte in seiner Ansprache fest, dass es von Jahr zu Jahr immer weniger Menschen gebe, die einen der beiden Weltkriege erlebt haben oder Angehörige, Kameraden und Freunde im Feld lassen mussten. Umso wichtiger werde daher das Erinnern. „Wenn nämlich diese Kriege in Vergessenheit geraten, vergessen wir auch das unsägliche Leid dieser Generationen und das Mahnen an den Frieden“, befand er.
Junge Menschen forderten zwar, dass endlich ein Schlussstrich unter dieses deutsche Geschichtsmakel gezogen werde. Jeder in unserem Land sei aufgefordert Sorge zu tragen, dass es nie wieder Krieg gebe, sondern dass der gegenwärtige Friede den nachfolgenden Generationen erhalten bleibe.
Zu den Chorklängen vom guten Kameraden und der Ehrenbezeugung der Fahnenabordnungen stellten 2. KSV-Vorsitzender Horst Feigl und Robert Kröll zum Gedenken eine Schale ab. Für seinen Jahrzehnte langen Einsatz um den Frieden erhielt der ehemalige Stadtrat Reinfried Taubenberger zum Abschluss der Gedenkfeier die Präsidiumsnadel in Silber der BKV. – as