25.08.2026
E-Mail an Kathrin Pollack (Generalsekretärin der BayernSPD)
und Uwe Kirschstein (stellv. Generalsekretär der BayernSPD)
Bildung und Schule
Wie sehr stimmst du folgender Aussagen zu?
- Bildungspolitik soll soziale Unterschiede bei den Bildungschancen stärker ausgleichen.
Ja, finde ich richtig. Dies würde für mich eines bedeuten:
Um die Bildung allgemein auf einen soliden finanziellen Rahmen zu stellen, ab dem 6 Jahr (Schuleintritt), müsste das Kindergeld gekürzt werden. Das Geld sollte direkt an die Schulen fließen, um eine kostenlose Schulausbildung zu gewährleisten, also kostenloses Mittagessen, keine versteckten Kosten wie Büchergeld / Kopiergeld / Geld für Tabletts und der gleichen. Ab einer gewissen Lohngrenze (Besserverdienende) der Eltern gibt es überhaupt kein Kindergeld mehr. (Also sorry: alle Abgeordneten MdL / MdB…. würden kein Kindergeld mehr erhalten. Könnte das jetzt weiter ausführen, würde zu lange dauern J.
Ein Studium ja, kann man auch kostenlos machen bis zu einer Lohngrenze der Eltern J. Nach dem Studium könnte ein zeitlich nicht begrenzter Soli auf das Bruttogehalt (z.B. 1 -3 %) für die grundsätzliche Finanzierung verwendet werden.
Bafög ja, aber grundsätzlich wieder nur bis zur Lohngrenze der Eltern, danach aber eine vollständige Rückzahlung ohne Ausnahmen.
- Das Grundschulabitur in Bayern soll abgeschafft werden.
Ich würde ein anderes System bevorzugen: Skandinavisches Schulsystem oder Gemeinschaftsschule als Grundidee.
- Gute Ganztagsangebote sollen in Bayern stärker ausgebaut werden.
Also wenn ihr von „guten“ Ganztagsangeboten schreibt, dann gibt es anscheinend auch „schlechte“. Wie wäre es die Schlechten zu verbessern. Dann werden es automatisch mehr Gute. Ausbau ist immer so eine Sache. Ist der Bedarf vorhanden. Und vor allem bei welcher Bevölkerungsschicht. Die. die diese Betreuung bräuchten, können es sich nicht leisten. Und die, die es sich leisten können, benötigen sie eigentlich gar nicht. Das Ganze muss auch bezahlt werden. Wer soll das alles natürlich kostendeckend bezahlen.
Familie und Alltag
Wie sehr stimmst du folgender Aussage zu?
- Kitas sollen beitragsfrei sein.
Ja! Aber weniger Bürokratie. Das Problem ist aber auch hier wieder die Finanzierung. Es macht doch wenig Sinn zuerst Kindergeld zu überweisen und dann wieder Gebühren für den Kindergarten zu verlangen. Also Kindergeld runter, Kitas frei. Kindergeld sollte direkt den Kindern zugutekommen und nicht über die Eltern.
- Familie und Beruf müssen besser vereinbar sein.
Hier wird es keine Regelung per Gesetz geben können. Jeder Mensch, jede Familie hat andere Vorstellungen und Bedürfnisse. Es kann nur ein Miteinander sein zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit mehr Eigenverantwortung. Dies beinhaltet auch das Festhalten am 8 Std-Tag. Also ein Widerspruch zu dieser Frage.
- Wir brauchen mehr bezahlbaren Wohnraum und besseren Mieterschutz für Familien.
Dieses Thema höre ich schon Jahre von der SPD. Ja klar, aber die SPD ist seit Jahren in der Regierungsverantwortung und nichts passiert. Hört auf sozialen Wohnungsbau zu finanzieren. Besser wäre selbst das Geld in die Hand zu nehmen und selbst zu bauen als Staat. Die Wohnungen müssen in staatlicher Hand bleiben. Angebot und Nachfrage: Sind genug Wohnungen vorhanden, das Angebot groß, fallen die Mieten. Das haben die „großen Vermieter begriffen“. Bei kleinem Wohnungsangebot kann jede Bruchbude zu einer höheren Miete vermietet werden. Man muss nicht mal auf den Zustand der Wohnungen achten.
Gute Arbeit
Wie sehr stimmst du folgender Aussage zu?
- Am Acht-Stunden-Tag soll festgehalten werden.
Tja? Jetzt die Frage: Wie vereinbart sich ein fester 8 Stunden Tag mit der Forderung „Familie und Beruf müssen besser vereinbar sein.“ Es gibt Tage und Zeiten an denen mehr als 8 Stunden am Tag angebracht sind, um eben Familie und Kinder unter einen Hut zu bringen. Ich würde mir da ein etwas flexibleres System vorstellen können: natürlich in einem gewissen Rahmen, ohne Ausbeutung der Arbeitnehmer durch den Arbeitgeber mit klaren flexible Regelungen. Ein Lebens-Arbeitszeitkonto für alle, wo auch das erwirtschaftete Geld wirklich sicher hinterlegt wird, wäre ein Teil dieses Systems.
- Beschäftigte sollen bessere Möglichkeiten zur Weiterbildung erhalten.
Ich denke, Weiterbildungsmöglichkeiten hat man immer. Jeder hat das Recht was „Neues zu lernen“, sich umzuorientieren oder dergleichen.
- Lohndumping darf nicht unterstützt werden. Staatliche Aufträge sollen deshalb nur noch an Unternehmen vergeben werden, die nach Tarif bezahlen und sich zur Einhaltung fairer Arbeitsbedingungen verpflichten.
Klar bin ich dabei. Zur Einhaltung fairer Arbeitsbedingungen gehört aber auch die Kontrolle und die Konsequenzen für den Arbeitgeber bei Nichteinhaltung. Bei Vergehen Sperrung der Firma für zukünftige staatliche Aufträge. Je nach Vergehen auch eine Möglichkeit an das Privatvermögen der Firmeninhaber / Verantwortlichen zu gelangen. Strafzahlungen müssen deutlich erhöht werden und keine vorangekündigten Kontrollen. Es darf keine Schlupflöcher geben, z.B. über Drittfirmen.
Wirtschaft und Zukunft
Wie sehr stimmst du folgender Aussage zu?
- Unternehmen brauchen schnellere Genehmigungsverfahren.
Nah ja. Oft ist ja nicht das Genehmigungsverfahren an sich schuld, sondern mehr die Person/en, die es bearbeiten. Sorry, vielleicht hab ich hier ein Vorurteil. Aber die Schnelligkeit unserer Behörden und Ämter ist nicht gerade die Beste. Aber klar, wer im Grunde keinen Leistungsdruck hat, am längeren Hebel sitzt und im Grunde nicht gekündigt werden kann und trotzdem sein Geld regelmäßig erhält, und nicht mal für sein Alter vorsorgen muss, kann sich Zeit lassen. Das ist in vielen Bereichen meine Erfahrung. Aber auch klar, dass manche Verfahren / Bestimmungen / Verordnungen so unnötig sind wie so manche/r Politiker/In.
- Bayern soll mehr in Infrastruktur, Digitalisierung und Innovation investieren.
Ja, klar, wenn das Geld da ist und nicht vorher für schwachsinnige Projekte ausgegeben wurde. Siehe „Schwarzbuch Bayern“. Digitalisierung ja wichtig. Aber warum immer nur, wenn Zuschüsse fließen? Thema Glasfaser: Ich würde der Telekom das Geld als Staat zur Verfügung stellen als Vorschuss bzw. nur gegen Firmenanteile. Es gibt für mich bestimmte Bereiche die gehören zur Daseinsvorsorge: Telekommunikation / Strom / Gesundheit hätte nicht privatisiert werden dürfen. Auch Wasser und Straßen müssen in staatlicher Hand bleiben.
- Bayern braucht zusätzliche Maßnahmen zur Gewinnung von Fachkräften.
An erster Stelle steht für mich die These: Nicht Fachkräfte gewinnen, sondern Fachkräfte ausbilden. Dazu gehört auch ein angemessener Lohn. Ich persönlich würde ausländische Fachkräfte aus den AfD-Hochburgen im Osten abwerben; „etwas mit Augenzwinkern“. Klar, wir brauchen Fachkräfte, aber nicht nur in Bayern. Wie höre ich immer, wenn es um Klimaschutz geht. Deutschland alleine wird die Welt nicht retten. Auch Bayern alleine wird die Wirtschaft nicht wieder in Gang bringen. Obwohl wir in diesem Bereich Wirtschaft auf sehr hohen Niveau reden, wenn ich die Gehaltssteigerungen unserer Manager und Dividendenauszahlungen anschaue. Und das alles auf den Rücken der Arbeiter. War nicht mal die SPD eine Arbeiterpartei?