Hochwasserschutz im Blick

Quelle: Mediengruppe Attenkofer, Ausgabe Donau-Anzeiger (Osterhofen und Umgebung) vom Donnerstag, 20.08.2026. Autor Rolf Schwinger

Robert Kröll und Helmut Leberfinger diskutierten über das geplante Schöpfwerk

Die Stadträte Robert Kröll (r.) und Helmut Leberfinger diskutieren den Plan vom geplanten Schöpfwerk am Haardorfer Mühlbach. Foto: Rolf Schwinger

Mühlham. (rs) Am Anfang der Ferienzeit haben sich Robert Kröll, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Haardorf, und Helmut Leberfinger, Ehrenkommandant der Freiwilligen Feuerwehr Galgweis, zu einem gemeinsamen Arbeitsfrühstück im Mühlhamer Keller getroffen. Neben diesem Ehrenamt sind die beiden zudem Stadtratskollegen in der Stadt Osterhofen. Im Mittelpunkt des Treffens stand der Austausch von Erfahrungen zu Hochwasserschutzmaßnahmen an der Donau und des Sturzflutmanagements in Röslöd und Oberndorf.

Erfreut zeigten sie sich, dass endlich das Planfeststellungsverfahren für den Abschnitt zwischen Deggendorf und Vilshofen auf den Weg gebracht wurde, nachdem lange Zeit die Terminierung immer wieder nach hinten verschoben worden war. „Erfahrungen, die an der Donau bereits umgesetzt wurden, können Vorbild für Maßnahmen gegen die Sturzflut in Oberndorf sein“, so beide Stadträte.

Wiesen als Rückhaltebecken

In Oberndorf bieten sich aktuell verschiedenste Möglichkeiten an, die Sturzflutenproblematik zeitnah zu verbessern. Es gibt Wiesen, welche dem Ort Oberndorf vorgelagert sind, die durch Vertiefung als Rückhaltebecken die Wasserspitzen nehmen könnten. Zusätzlich könnte man die Kreisstraße erhöhen oder spunden und damit nochmals Retentionsräume für das Wasser schaffen. Unterschiedliche Durchflussvoraussetzungen zwischen dem Rohrsystem in Oberndorf und dem Durchflussrohr unter der Kreisstraße tragen zu ungünstigem Wassermanagement bei. Leberfinger und Kröll richten an die Stadt Osterhofen den Appell, mit allen Beteiligten vor Ort Lösungen zu finden und die daraus resultierenden Maßnahmen möglichst schnell umzusetzen. Die Ortschaft Haardorf ist durch die Anbindung des Haardorfer Mühlbaches direkt vom Wasserstand der Donau abhängig, solange das geplante Schöpfwerk nicht gebaut ist. Bei früheren Hochwasserereignissen waren immer wieder Gebäude von Überschwemmungen betroffen und gefährdet. Erst nach der Dammrückverlegung zwischen Thundorf und Aicha ist der Bau des Schöpfwerkes geplant. Als örtliche Maßnahme für den von den Bürgern geforderten gesteuerten Flutpolder Ruckasing-Endlau schlagen Kröll und Leberfinger mobile Schutzwände vor, die die Stadt beschaffen müsste. Bei Bedarf können diese auch an anderen Orten wie am Herzogbach in Osterhofen oder in Oberndorf eingesetzt werden. Wichtig wäre es, nicht nur Symptome zu beschreiben, sondern diese aktiv zu analysieren und Schwachstellen zu beseitigen.

Gezielt Maßnahmen planen

Als Stadträte und Kommandanten fordern Kröll und Leberfinger die Stadt auf, eine Kostenaufstellung zu machen und vor allem mittelfristig die notwendigen Gelder im Haushalt einzuplanen. „Krisenvorsorge und dessen Bewältigung ist eine wichtige Aufgabe der Stadt, genauso wie die Themen des Umwelt- und Klimaschutzes“, stellte der neu gewählte Umweltschutzbeauftragte Leberfinger heraus. Vieles sei vorhersehbar und berechenbar und damit könnten gezielt Maßnahmen dagegen geplant und umgesetzt werden, um das Leben der Bürger erträglicher und sicherer zu machen.

 

 

 

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