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Warum wurden die Auen nicht geflutet?

Osterhofener Zeitung 15.06.2013

Stadträte werfen Fragen zum Hochwasser auf − Helferfest geplant

Osterhofen. Die Stadtratssitzung war angesichts des Katastrophenfalls um eine Woche auf diesen Donnerstag verschoben worden. Viele Menschen haben ehrenund hauptamtlich geholfen,umdie Dörfer vor dem Hochwasser zu schützen, erinnerte Bürgermeisterin Liane Sedlmeier zu Beginn der Sitzung an die Ausnahmesituation vor einer Woche. Eine „unwahrscheinliche Solidargemeinschaft“ sei entstanden, „ich habe nicht geglaubt, dass so ein Zusammenhalt zu schaffen ist“, sagte Sedlmeier. Nur wenige Zentimeter hätten beim Donau-Pegel gefehlt, „dann wäre Aicha dran gewesen“, bilanzierte das Stadtoberhaupt. Doch der Dammbruch bei Winzer „war unser Vorteil“, er verschaffte genügend Zeit, um die Dämme zu sichern. „Mehr als brenzlig“ war es in Ruckasing, als sich am Damm der Riss auftat. „Es hätte keine halbe Stunde länger dauern dürfen, und Osterhofen hätten so ausgesehen wie Fischerdorf“, sagte Sedlmeier: „Wir sind mit zwei blauen Augen davon gekommen.“ Jetzt gelte es den Nachbargemeinden zu helfen, die nicht so viel Glück hatten und überflutet wurden. Bauhof und Feuerwehren, aber auch die Kommune selbst haben ihre Hilfe angeboten. In Zukunft werden sich die Gemeinden vehement für den Ausbau des Hochwasserschutzes einsetzen. Hier seien Verbände und Politik gefordert, sich zu bewegen, „damit die Menschen am Gewässer den Schutz haben, den sie verdienen“, so die Bürgermeisterin. Haardorf-Mühlham hat keinen Damm, „wir bekommen die Donau 1 : 1 mit“, sagte Stadtrat Robert Kröll. Haardorf war innerhalb der Stadtgemeinde am stärksten vom Hochwasser betroffen und vier Tage lang von der Außenwelt abgeschnitten. Kröll mahnte deshalb, bei der Rhein-Main-Donau AGmit Nachdruck darauf zu drängen, dass das geplante Schöpfwerk nun gebaut werde. Anton Mandl wollte wissen, ob die fachlichen Entscheidungen richtig waren: Beispielsweise ob das Stauwerk Pielweichs komplett gestaut war. Warum wurden die Isar-Auen nicht geflutet, wollte er wissen und auch, warum Passau trocken gelegt wurde, obwohl die Scheitelwelle in Deggendorf noch nicht durch war? „Die Feuerwehr schuftet für die Fehler anderer“, sagte Mandl, ein besseres Zusammenspiel der Fachstellen „hätte uns Nerven ersparen können.“ Ähnliches gilt fürs Vilstal: Hier wollte Karlheinz Hierzegger wisse, ob der Stausee Steinberg zu früh geöffnet wurde. Diese Fragen werden in einer Nachbesprechung aller Einsatzbehörden aufgearbeitet, sagte Bürgermeisterin Sedlmeier. Ihr Stellvertreter Thomas Etschmann hingegen kritisierte, die Staatsregierung habe zehn Jahre lang versäumt, den Hochwasserschutz auszubauen, Deiche zurück zu verlegen und Retentionsflächen zu schaffen. Diese Fehler habe sogar Ministerpräsident Horst Seehofer eingestanden. Alfons Saller hielt dagegen, Rot- Grün hätte ja dem Donau-Ausbau nach C.280 zustimmen können, dann wäre der Hochwasserschutz eher gekommen. Auf die Frage von Etschmann nach einem Helferfest sagte Sedlmeier, dies sei geplant, doch noch gelte der Katastrophenfall und man müsse den Nachbarn helfen. Erst danach könne man ein Fest feiern. − gs

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